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Schulgeschichte

150, 50 und 25: Diese Zahlen waren im Jubiläumsjahr 2011 in aller Munde. Doch was steckt eigentlich genau hinter diesen Zahlen, die für die Jahre 1861, 1961 und 1986 stehen? – Hier hilft ein Blick in die Vergangenheit unserer Schule.

1861: Jeden Tag nach Münster zur Schule zu fahren, weil am Heimatort keine geeignete Schule vorhanden ist – für den heutigen Leser sicherlich kein nennenswertes Problem. Doch blicken wir 150 Jahre zurück, so stellt der tägliche Weg von Greven nach Münster zur Schule viele vor schier unlösbare Probleme. Die einzige Möglichkeit besteht darin, die Jungen (von Mädchen reden wir noch nicht) in Pensionen in Münster unterzubringen, um ihnen eine Schulbildung zu ermöglichen. Dies scheint keine optimale Lösung zu sein und so wird der Wunsch vieler, besonders der Grevener Kaufleute, nach einer eigenen Rektoratsschule im Ort immer größer. Einige Geistliche haben wissbegierigen Grevener Knaben schon immer Anfangskenntnisse in Latein und Mathematik vermittelt und bereits im Jahr 1841 erhielt der Vikar Bokmann die staatliche Konzession zur Gründung einer Privatschule für durchschnittlich 12 bis 18 Jungen. Als der Vikar Greven aber verlässt, findet sich niemand zur Fortführung der Schule und der erste Versuch zur Einführung einer höheren Schule in Greven scheitert.

Die Grevener Kaufleute halten jedoch an ihrem Vorhaben fest. Ende 1860 wird der Geistliche Heinrich Ratte auf drei Jahre mit der Haltung einer Privatschule betraut und so wird die erste Grevener Rektoratsschule als Vorläufer des heutigen Gymnasiums am 29. Januar 1861 vom Staat genehmigt und offiziell gegründet. Das Ziel des Unterrichts soll die Vorbereitung der Schüler auf die Quarta des Gymnasiums sein.

…bis 1961: Die “Höhere Schule in Greven” besteht nun schon 100 Jahre und erhält vom Rat der Stadt Greven den Namen “Augustinianum”. Es hat sich viel getan in den vergangenen Jahrzehnten. So stand die Schule bereits im Jahr 1868 kurz vor der Schließung, weil sich nach langer Suche kein neuer Rektor finden ließ. Nach einigen bangen Monaten übernimmt der Geistliche Richard Hoffmann dieses Amt – und bleibt 23 Jahre lang Rektor.

Im Jahr 1870 vermacht der Kaufmann Johann Friedrich Biederlack der Schule 1000 Taler in bar und sein Wohnhaus an der Kirchstraße. Dadurch erhält die Schule eine wirtschaftliche Unabhängigkeit. Sieben Jahre später wird die Rektoratsschule von der Gemeinde übernommen und ist fortan eine öffentliche, altsprachliche Rektoratsschule für Jungen. Erst im Jahr 1932 wird die 1869 gegründete Mädchenschule übernommen und beide Geschlechter (jetzt reden wir auch von den Mädchen) werden in einigen Fächern gemeinsam unterrichtet.

Die Schule ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und musste aus Platzgründen mehrfach umziehen (ja, dieser Aspekt stellt eine Kontinuität in der Geschichte dar!). 1952 wird von der damaligen Stadtverwaltung der Beschluss gefasst, die alten, unzureichenden Räume durch einen Neubau zu ersetzen, “der allen Anforderungen eines modernen und leistungsfähigen Gymnasiums gerecht wird”. Dieser Neubau wird 1955 offiziell eingeweiht. Zwei Jahre später verlässt die erste Abiturientia das “Städtische neusprachliche Jungen- und Mädchengymnasium mit altsprachlichem Zweig”. Die Vision der Gründerväter scheint damit weit übertroffen. Mädchen und Jungen – im Jubiläumsjahr 1961 werden in der Schule bereits rund 500 Schülerinnen und Schüler unterrichtet – erhalten 100 Jahre nach der Schulgründung eine höhere Schulbildung direkt am Ort – am Gymnasium Augustinianum, wie es nun offiziell heißt.

… weiter bis 1986: Die Schule wächst. Und wächst. Und wächst. Und 1986 sind es rund 1400 Schülerinnen und Schüler, die 1986 am Augustinianum unterrichtet werden. Räumlich wurde das Gebäude bereits 1968 durch den Bau des Südflügels um zehn Klassenräume und zwei Fachräume für Kunst und Musik erweitert, vier Jahre später folgen ein naturwissenschaftlicher Trakt und ein Pavillon an der Lindenstraße. 1973 wird der Förderkreis gegründet, 1977 findet zum ersten Mal ein Schüleraustausch mit Montargis / Frankreich statt und 1980 wird Russisch als fünfte Fremdsprache in der Oberstufe eingeführt.

Endspurt!… 2011: Und die letzten 25 Jahre? Vieles gehört nun der Vergangenheit an. So ist 1989 der letzte Lateinkurs auf eine Studienfahrt nach Italien gefahren und der Unterricht an den Samstagen gehört nach heftigen Diskussionen seit dem Schuljagr 1996/97 der Vergangenheit an. Aber vieles weist auch in die Zukunft: 1997 geht die erste Schulhomepage online und ein Jahr später erscheint die erste Ausgabe der GAG-Schülerzeitung. Seit 2002 reisen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 im Rahmen einer Sprachen- und Klassenfahrt nach Hastings und in den Jahren 1991 bis 2004 findet ein regelmäßiger Austausch mit einer russischen Partnerschule statt. Ein biligualer Zweig, ein musikalischer Schwerpunkt sowie naturwissenschaftliche Angebote erweitern die Vielfalt der Schule, die sich seit Juli 2008 auch “Schule mit Courage” nennen darf.

2013: Der doppelte Abiturjahrgang wird gemeistert (285 Schülerinnen und Schüler haben sich den Prüfungen gestellt!) und erneut wird geplant, die Schule so umzubauen, dass sie “allen Anforderungen eines modernen und leistungsfähigen Gymnasiums gerecht wird”… So viel zunächst zu den Kontinuitäten und Besonderheiten unserer Schule. Es bleibt also spannend!

geschrieben von: Kathrin Frönd, Lena Knoll (Abiturientia 2012)