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Eingestellt von: In: Gerade aktuell, Schuljahr 2021/2022 10 Dez 2021 Kommentare: 0

… beginnt am 4. November 2021. Maryam Ghalib schreibt über ihre Erlebnisse:

„Ich machte meine Augen auf…. Dunkelheit. Ich stand auf, machte die Balkontür auf. Es war so kalt. Der Mond war von düsteren Wolken verhangen und ich hoffte inständig, dass es nicht anfangen würde zu regnen, insbesondere während unseres Abenteuers in den Wald. Ein Gefühl zwischen Erleichterung und Aufregung erwärmte mein Herz, als mir der Gedanke kam, dass ich endlich Bäume pflanzen werde. Es ist noch zu früh, die Schule fängt definitiv nicht um fünf Uhr morgens an. Das Wetter gefällt mir. Aber Regen während einer langen Fahrradtour mit nur einem halben Jahr Erfahrung mit dem Fahrradfahren könnte ein bisschen problematisch werden.

Nach der vierten Stunde Unterricht hat unser lang erwartetes Abenteuer angefangen. Mein Griff um den Lenker verstärkte sich, sobald ich das Gefühl hatte, dass ich die Kontrolle über mein Fahrrad verlieren könnte. Ich schaute zu den Bäumen um mich herum. Einige Gedanken fielen mir auf.

Erstens, in wenigen Minuten wird ein Baum auf dieser Erde aufwachsen, weil ich ihn mit meinen eigenen Händen pflanzen werde. Zweitens, die Baumsorten sind…

Ein komisches Geräusch weckte mich aus meinem Gedanken! Ich befand mich nicht mehr in einem Bewegungszustand. Hatte mir erhofft, dass ich mein Ziel ohne Runterfallen erreiche. Hoffnung kann täuschen.“

Die Gruppe aus sieben Schülerinnen und Schülern kommt gegen ein Uhr auf dem Benning-Hof im Norden von Greven an. Herr Benning wartet schon auf uns. Er hat seine Streuobstwiese bereitgestellt, um mit den Schülerinnen und Schülern sechs weitere Obstbäume zu pflanzen. Alles alte Obstsorten, die man so im Supermarkt nicht mehr kaufen kann. Ihm liegt viel daran, dass die Jugendlichen erfahren und begreifen, wo ihre Lebensmittel hergestellt werden. Dass zu einem nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln nicht nur der regionale Bezug, sondern auch die Kreislaufwirtschaft und die Wertschätzung von Nahrung zählt, hat er bei einer Diskussionsrunde in der Schule schon deutlich gemacht. Die Ausmaße des Wegwerfens von Lebensmitteln während der Produktion, im Handel und in den privaten Haushalten wurde erst im gemeinsamen Gespräch so richtig bewusst. Dafür waren die Schülerinnen und Schüler schon für Aspekte wie Müllvermeidung und Verringerung des Fleischkonsums sensibilisiert. Als Landwirt, der von Viehwirtschaft lebt, hatte Herr Benning natürlich einen etwas anderen Standpunkt dazu. Aber einig wurde man sich dabei, dass der Verbraucher durch sein Konsumverhalten einen Einfluss auf die Lebensmittelproduktion hat.

 

„Nach einer kurzen Pause und einer Verkostung verschiedenen Apfelsorten, haben wir angefangen, Bäume zu pflanzen. Während ich immer noch den Geschmack der Apfelsorten bewunderte, habe ich die Äste und Wurzeln der jungen Bäumchen beschnitten. Das fand ich natürlich interessant, damit während der Wachstumsphase der Bäume nichts schiefläuft. Eingepflanzt und an einem Holzpflock befestigt habe ich das Kirschbäumchen danach natürlich auch.

Aber am interessantesten und schönsten war es am Ende zu sehen, was wir innerhalb von zwei Stunden geschafft haben. Am Ende des Tages war ich sehr stolz auf meinen Süßkirschenbaum, den ich in ein paar Jahren viel größer sehen werde. Mein Herz hämmerte gegen die Rippen, weil ich diese riesige Freude in mir nicht in Worten fassen konnte.

 

Ich habe mir innerlich gewünscht, mehr Bäume zu pflanzen. Aber es wird bestimmt noch in der Zukunft eine Möglichkeit geben, wo dieser Wunsch in Erfüllung geht. Ich kann mich nur von ganzem Herzen bedanken, für jeden unbezahlbaren Moment, den ich mit euch verbracht habe. Dank euch, konnte ich jetzt endlich ein Kästchen meiner großen Ziele abhaken.“